Mit Manfred Seebauer habe ich hinter den Sandstränden und dem blauen Meer ein ganz anderes, atemberaubend schönes Griechenland kennen gelernt. Hohe, meist bewaldete Gebirge mit vielen Seen und tief eingeschnittenen Flussläufen prägen den Charakter einer wilden Landschaft. Auch der Sagen umwobene Olymp, mit 2917 m der höchste Gebirgsstock Griechenlands, hat sich uns in herrlichen Wanderungen und Bergtouren erschlossen.
Üppige, fast undurchdringliche Wälder, unzählige sprudelnde Quellen, typische alte Piliondörfer mit stattlichen Platanen und Herrschaftshäusern bescherten mir weitere, zahlreiche Höhepunkte auf dieser Reise.
Anders im Charakter, aber nicht weniger eindrucksvoll waren die Seen im äußersten Norden, an der albanisch - mazedonischen Grenze - der Große und Kleine Prespa See und der See bei Kastoria. Sie erinnern eher an norwegische Fjordlandschaften als an mediterrane Gefilde. Dass sich hier zudem die größte europäische Pelikankolonie und frühchristliche, nur vom Wasser aus erreichbare Höhlenkirchen befinden, erhebt diese (nur wenig besuchte!) Region ebenfalls in einen außergewöhnlichen Rang.
Nahe Trikala, am wilden Oberlauf des Pinios, erheben sich auf glatten, senkrecht aufsteigenden Felsen die Meteora-Klöster. Einige von ihnen wurden so gebaut, dass sie nur über Strickleitern und Seilaufzüge zu erreichen waren.
Der Vikos-Aoos-Nationalpark im Norden des langen Pindosgebirges, des "Rückgrats" der griechischen Bergwelt, birgt wiederum eine der ursprünglichsten Landschaften des Landes. Völlig unvermutet trifft man hier auf die Vikos-Schlucht, den "Grand Canyon" Europas in den Bergen der Zagoria, einer Ansammlung von Dörfern, die sich sogar während der Türkenzeit eine gewisse Selbständigkeit bewahren konnten. Wild und romantisch sind hier die Pfade und Brücken bis heute geblieben.
Alle diese Gebiete und einige dazu habe ich auf dieser Reise kennen lernen, auf uralten Pfaden und Wegen erwandern und erkunden dürfen. Die Erlebnisse wurden vertieft und bereichert durch Beschäftigung mit den Geschichten der griechischen Mythen, Märchen und Sagen, die in dieser Landschaft spielen und von Göttern und Menschen, Fabelwesen wie den Kentauren, von geheimnisvollen Pflanzen und Tieren erzählen.
Außerdem besuchten wir einige der bedeutendsten Stätten aus der antiken und jüngeren Geschichte Griechenlands: die Königsgräber in Vergina, Pella, Kastoria, Joanina, die Orakelstätte Dodona, die Meteora-Klöster sowie eine der ältesten Städte Europas: Thessaloniki.
Mein Fazit nach dieser Reise: Organisation und Führung exzellent und sehr persönlich, der Reisebegleiter ist immer ansprechbar und kümmert sich um die Teilnehmer wie um eine Familie. Die Auswahl der Übernachtungsquartiere, Hotels und Pensionen macht schlichtweg sprachlos. Was Einmaligkeit von Lage, (nicht übertriebenen) Komfort und Atmosphäre betrifft, habe ich Vergleichbares in dieser Intensität noch nicht erlebt. Nie habe ich weniger Anlass gehabt - und ich bin in meinem Leben sehr viel gereist - , über das Preis/Leistungs-Verhältnis enttäuscht zu sein. Es stimmt einfach alles, ja ich empfinde die Reise im nach hinein als preiswert!
Die Stimmung während der gesamten Reise war von Staunen, Glücksmomenten und echter Freude gekennzeichnet. Manfred schafft es spielend, während einer solchen Reise vom "Reisebegleiter" zum Freund zu werden, ohne dabei auch nur eine einzige seiner vertraglich eingegangenen Verpflichtungen zu vernachlässigen. Ich freue mich auf alle weiteren Reisen mit ihm.
Ulrich Werner